Zum ersten Mal auf dem Oktoberfest?
Damit Dein Wiesn-Besuch unvergesslich wird: 15 wichtige Tipps.
Das ist der wichtigste Tipp überhaupt. An Wochenenden und Abenden kommst du ohne Reservierung kaum in ein Festzelt. Die beliebtesten Termine (Samstage, erster und letzter Wiesn-Tag) sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht. Unser Rat: Reserviere spätestens im Frühjahr, idealerweise sobald die Buchungsportale öffnen. Eine Tischreservierung umfasst in der Regel einen Tisch für 8–10 Personen und beinhaltet Gutscheine für Essen und Getränke (typisch: 2 Maß Bier + 1 Hendl pro Person).
Rund 70 % der Besucher tragen mittlerweile Dirndl oder Lederhose – Tracht gehört zum Oktoberfest wie die Maß Bier. Aber keine Sorge: Auch in Jeans und T-Shirt wirst du nicht schief angesehen. Falls du dir eine Tracht zulegen möchtest: Ein einfaches, gutes Dirndl gibt es ab ca. 80 €, eine solide Lederhose ab ca. 150 €. Günstigere Varianten findest du in Verkleidungsgeschäften, allerdings erkennt man den Unterschied. Unser Tipp: Auf dem Flohmarkt oder auf Second-Hand-Portalen findest du oft gut erhaltene Trachten zu fairen Preisen.
Wichtig
Vermeide Karnevals-Kostüme, Lederhosen-Imitate aus Plastik oder andere Verkleidungen. Das wird auf der Wiesn nicht gerne gesehen und kann sogar zum Verweis aus dem Festzelt führen.
Ein Wiesn-Besuch ist kein günstiges Vergnügen. Rechne mit mindestens 80–130 € pro Person für einen Abend mit Essen, Getränken und ein paar Fahrgeschäften. Nimm ausreichend Bargeld mit – nicht alle Stände akzeptieren Kartenzahlung, und das Mobilfunknetz ist in den Zelten oft überlastet, was kontaktloses Bezahlen erschweren kann.
Eine Maß Bier enthält 1 Liter Bier mit rund 6 % Alkoholgehalt – das entspricht etwa zwei regulären Flaschen Bier. Bestelle deshalb immer zuerst etwas zu essen. Ein halbes Hendl oder eine kräftige Brezn mit Obatzda schafft eine gute Grundlage. Trink außerdem regelmäßig Wasser. Die meisten Zelte servieren auch Mineralwasser, auch wenn es auf der Karte weniger prominent steht.
Im Festzelt gelten einige ungeschriebene Regeln, die du kennen solltest: Auf die Bänke zu steigen, ist nur zum Mitsingen bei „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ oder anderen Liedern akzeptiert – und auch dann nur kurz. Auf den Tisch zu steigen, ist tabu und kann zum Verweis führen. Glasbruch wird ebenfalls nicht gerne gesehen – die Maßkrüge sind schwer und rutschig! Und wenn du deinen Platz verlässt, nimm deine Sachen mit, denn Plätze werden schnell neu besetzt.
Keine Reservierung bekommen? Dann gibt es diese Strategien: Komm an einem Wochentag zwischen 10 und 14 Uhr – dann stehen die Chancen gut, einen freien Tisch zu finden. Das Hofbräu-Festzelt hat den größten Stehbereich aller Zelte (ca. 1.000 Plätze), der ohne Reservierung zugänglich ist. Die Biergärten der Festzelte sind generell leichter zugänglich als der Innenbereich. Und die kleineren Zelte wie Glöckle Wirt, Ammer oder Hochreiter sind weniger frequentiert als die großen 14.
Rucksäcke und große Taschen werden an den Zelt-Eingängen kontrolliert und sind teilweise nicht erlaubt (über 3 Liter Volumen). Nimm nur das Nötigste mit: Geldbeutel, Handy und Schlüssel. Eine kleine Umhängetasche oder Bauchtasche ist ideal. Auf dem Oktoberfest-Gelände verboten sind unter anderem: Glasflaschen, Messer und spitze Gegenstände, Rucksäcke über 3 Liter, eigene Getränke, Selfie-Sticks und Drohnen.
Das Mobilfunknetz auf der Wiesn ist notorisch überlastet – besonders abends und an Wochenenden funktionieren Anrufe und Nachrichten oft nur eingeschränkt. Vereinbare deshalb vorab einen festen Treffpunkt und eine Uhrzeit für den Fall, dass ihr euch aus den Augen verliert. Gute Treffpunkte sind die Bavaria-Statue am südlichen Ende der Theresienwiese (gut sichtbar und etwas ruhiger) oder der Haupteingang am Esperantoplatz.
An den beiden Dienstagen während des Oktoberfests findet der traditionelle Familientag statt (2026: 22. und 29. September). An diesen Tagen bieten die meisten Fahrgeschäfte und Schausteller ermäßigte Preise an – ideal für Familien mit Kindern, aber auch für alle, die das Oktoberfest in ruhigerer Atmosphäre erleben möchten.
Das Oktoberfest besteht nicht nur aus Festzelten. Nimm dir Zeit für einen Rundgang über die „Wiesn-Straßen“ – hier findest du historische Fahrgeschäfte wie das Teufelsrad (seit 1910!), die Krinoline oder die Schiffschaukel. Dazu gibt es Stände mit Lebkuchenherzen, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte.
Die U-Bahnen fahren während des Oktoberfests in der Regel bis ca. 02:00 Uhr nachts im verdichteten Takt. Trotzdem sind die Stationen Theresienwiese und Goetheplatz nach Zelt-Schluss (23:30 Uhr) extrem voll. Plane 20–30 Minuten Wartezeit ein oder weiche auf die Station Poccistraße aus, die oft weniger überlaufen ist. Taxis sind schwer zu bekommen, Wartezeiten von 30–60 Minuten sind normal. Ride-Sharing-Apps funktionieren wegen der Netzüberlastung nur eingeschränkt.
Wo viele Menschen feiern, sind leider auch Taschendiebe unterwegs. Trag dein Portemonnaie nah am Körper, idealerweise in einer verschlossenen Innentasche. Lass dein Handy nicht auf dem Tisch liegen, wenn du aufstehst. Und nimm nur so viel Bargeld mit, wie du wirklich brauchst.
Auf dem Oktoberfest-Gelände gibt es mehrere Sanitätsstationen des Bayerischen Roten Kreuzes. Das größte Sanitätszelt befindet sich am westlichen Rand des Geländes. Im Notfall: Polizei 110, Rettungsdienst 112. Das Fundbüro der Stadt München hilft dir bei verlorenen Gegenständen.
Das Oktoberfest ist mehr als Bier trinken. Es ist die Kapelle, die „Ein Prosit“ anstimmt und 5.000 Menschen gleichzeitig ihre Krüge heben lässt. Es ist der Duft von frisch gebratenem Hendl und Zuckerwatte. Es ist der Blick vom Riesenrad über die leuchtende Theresienwiese bei Nacht. Nimm dir die Zeit, all das aufzusaugen und die besondere Atmosphäre der Wiesn zu genießen.